Sport statt Faulenzen – und das am Sonntag!
Einmal in der Woche ist es soweit: es ist Sonntag! Lange ausschlafen, von den vergnüglichen Anstrengungen des Samstags erholen und faulenzen. Normalerweise bestand für mich der Sonntag nur aus herum lungern und vor dem Fernseher gemütlich ein paar Chips knabbern. Bis mich doch am letzten Freitag plötzlich meine Tante anrief und mich fragte, ob ich am Sonntag Vormittag (also nicht nur an einem Sonntag, sondern dann auch noch Vormittags!) nicht Lust hätte, mit ihr und ihrer vierköpfigen Familie (meine dreizehnjährige Cousine, mein sechsjähriger, fast schon zur Hyperaktivität neigender Cousin plus Ehemann mit schwerem Vorbau.. ähm, ich meine schweren Knochen), in einer Halle Badminton zu spielen. „Na klar!“ sagte ich zu ihr, „Oh mein Gott!“ war, was ich mir dazu dachte.
Sportsachen anziehen und auf geht`s!
Es kam, wie es kommen musste: es wurde Sonntag. Mein Wecker klingelte mich um Neun Uhr früh aus dem Bett und dafür hätte ich ihn am liebsten erschlagen. Es dauerte etwa weitere 45 Minuten, bis ich es geschafft hatte, mich aus dem Bett zu schälen und mich ins Bad zu begeben. Zähne putzen, grobe Katzenwäsche, mehr war nicht mehr drin. Aber egal, schließlich müsste ich nach dem Sport aufgrund gewisser, unangenehmer Aktivitäten meiner Hautdrüsen eh duschen gehen. Schnell noch in meine Sportsachen geschlüpft, die ich doch tatsächlich noch irgendwo ganz weit hinten und ganz weit unten in meinem Kleiderschrank fand, und dann ging es auch schon los. Um halb 11 holte mich mein Onkel plus Familie bei mir ab. Die Autofahrt verging zügig und die stetigen Streitigkeiten der zwei Geschwister hinten neben mir auf der Rückbank waren äußerst unterhaltsam, wenn zuweilen etwas nervig, schließlich war es früher Sonntag Morgen! Ich überlegte, ob meine Tante wohl eine Erste-Hilfe-Ausrüstung dabei hätte… An der Halle angekommen wurde ich aus meinen träumerischen Fantasien, wie es wohl gleich leistungsmäßig zwischen uns ablaufen würde, gerissen. Lautstark, wie es sich nun einmal für eine ganz normale Durchschnittsfamilie gehört, stiegen wir aus und holten das Zubehör aus dem Kofferraum. Mehrere Sets von Schlägern, eine Packung Federbälle und literweise Mineralwasser.
Badminton in der Halle
Wenig später betraten wir die große Badminton-Halle. Hier befinden sich insgesamt acht Spielfelder von denen drei von anderen Leuten (die auch noch unverschämt sportlich und trainiert aussahen) bereits belegt waren. Wir gingen zu zwei Feldern ganz am Ende der Halle. Die Benutzung der Halle funktioniert folgendermaßen: Jedes Spielfeld hat seine eigene Beleuchtung an der Hallendecke. An einer Wand befindet sich ein großer Automat, durch Einwurf einer 2 Euromünze kann man die Beleuchtung eines Spielfeldes für 15 Minuten einschalten. Geht die Beleuchtung aus, kann man den Federball nicht mehr gut sehen, zum Spielen wäre es einfach zu dunkel. Mein erster Gegner war mein sechsjähriger Cousin. Prima dachte ich, das wird ja leicht. Na von wegen! Der kleine Grashüpfer hat mich die 15 Minuten ganz schön auf Trab gehalten. Ich war richtig erstaunt, wie gut er schon spielen kann. Ok, mit den Regeln nahm er es nicht so genau, aber das war uns egal. Gegen meine Cousine hielt ich mich etwas besser, vielleicht war ich auch nur schon schön warm gespielt. Wir waren etwa gleich gut. Zum Schluss habe ich gegen meinen Onkel mit besagtem „Bäuchlein“ gespielt. Und was soll ich sagen: der Mann ist in der Badminton-Halle flink wie eine Gazelle! Ich musste mich ganz schön anstrengen und kam enorm aus der Puste. Als das Licht aus ging, stand es 34 zu 24 für ihn, ich konnte es kaum glauben! Aber es hat total viel Spaß gemacht.
Bewegung macht Spaß – auch sonntags…
Insgesamt spielten wir etwas über eine Stunde in der Halle Badminton, dann packten wir zusammen und gingen zum Auto. Die kalte, frische Luft draußen tat nach so einer Anstrengung richtig gut. Überhaupt fühlte ich mich extrem wohl und innerlich sehr zufrieden. Dass es Sonntag Mittag war, war mir inzwischen ziemlich egal. Mit meiner Familie Badminton zu spielen, hat mir tatsächlich mehr Spaß gemacht, als nur vor dem Fernseher zu sitzen. Darum stimmte ich auch schnell zu, als sie mich auf der Rückfahrt fragten, ob ich nächsten Sonntag wieder mit von der Partie sein wolle. „Ja klar!“ sagte ich zu ihnen, „Morgen werde ich am Muskelkater sterben.“ war es, was ich dachte.
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